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Die Folgen im Ruhrgebiet



Drei Jahre nach der Stillegung von Kaiserstuhl wurde der Weltmarkt durch eine Entwicklung beeinflusst, die für deutsche Stahlmanager völlig überraschend kam: Der wachsende Wirtschaftsboom in China verlangt nach Stahl und daher auch nach Koks. Infolgedessen explodierte der Kokspreis von 30 Dollar die Tonne auf bis zu 550 Dollar. Stahl wurde sogar so teuer, dass mittelständische Metallverarbeiter hierzulande ernsthaft in Bedrängnis gerieten. Die deutsche Industrie wünschte sich nunmehr Kaiserstuhl zurück, da die drei im Ruhrgebiet verbliebenen Kokereien - das Bottroper Werk Prosper, die Kokerei Schwelgern sowie die Hüttenwerke Krupp Mannesmann - längst an ihren Kapazitätsgrenzen arbeiteten. Eine selbst produzierte Notlage, aus der man sich mit neuen Baumaßnahmen zu retten versucht, will man künftig weniger auf Importkohle angewiesen und den unberechenbaren Schwankungen des Weltmarktes ausgesetzt sein. Im Jahr 2005 wurde deshalb für die Hüttenwerke Krupp Mannesmann ein Genehmigungsantrag um Erweiterung gestellt und entschieden, auch die Zentralkokerei Saar GmbH, Dillingen, zu sanieren.

Darüber hinaus wurden zwischenzeitlich Pläne der RAG bekannt, bei Hamm eine weitere Kokskohlen-Zeche zu bauen. So kommt der Koks in das Ruhrgebiet zurück - und eine Region, die den Strukturwandel schon hinter sich glaubte, begegnet wieder ihrer Vergangenheit, die dennoch nicht mit früher vergleichbar sein wird: Denn für die meisten - vor allem für die ehemaligen Koker von Kaiserstuhl - kommt die Entwicklung um Jahre zu spät.